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News & Presse

Aus Glashütte in alle Welt – „Kallinich Claeys“ Gründer feiern mit exklusiven Uhren globalen Erfolg

18.05.2026 Glashütte

Neuer Stern am sächsischen Uhrenhimmel: Vor gerade einmal vier Jahren gründeten Johannes Kallinich und Thibault Claeys ihre erste eigene Uhrenmarke – und schon heute nehmen Interessenten längere Wartezeiten in Kauf, um eine der streng limitierten Armbanduhren zu erwerben. Jede Uhr wird in mühevoller Handarbeit gefertigt. Um die Produktionskapazitäten ausdehnen zu können, verbürgte die BBS nun ein Darlehen der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

KallinichClaeys_JohannesKallinich

Weit im Osten des Erzgebirges, nahezu versteckt in der hügeligen Landschaft des Müglitztals, schlägt das Herz der deutschen Uhrenindustrie. Glashütte – das ist heute weit mehr als ein sächsischer Ortsname. Es ist mittlerweile ein geschützter Begriff für Uhren, die vor Ort nach strengen Qualitätsstandards hergestellt wurden. Über zehn Uhrenmanufakturen und zahlreiche Zulieferer sitzen in der beschaulichen Kleinstadt. Viele von ihnen bauen auf eine lange Tradition. Dennoch – oder gerade deshalb – ist es zwei jungen Uhrmachern gelungen, sich 2022 erfolgreich selbständig zu machen und binnen weniger Monate eine neue Uhrenmarke mit internationalem Kundenstamm aufzubauen. Die Rede ist von der Kallinich Claeys GmbH, benannt nach ihren beiden Gründern Johannes Kallinich und Thibault Claeys. Mit Ingenieurskunst, handwerklicher Präzision, einem Gespür für zeitlos-elegantes Design und jeder Menge Herzblut erschaffen sie in ihrer Uhrenwerkstatt wahre Meisterwerke.

KallinichClaeys_EinserZentralsekunde

Jedes Modell von Kallinich Claeys existiert weltweit nur wenige Male: Von der ersten Serie, der „EINSER Zentralsekunde“, gibt es gerade einmal 22 Exemplare; eine separate „Founders Edition“ ist auf 8 Stück limitiert. Noch bevor die Uhren gefertigt wurden, waren alle Exemplare vorbestellt. Kunden aus den USA oder Japan nahmen Wartezeiten von mehreren Jahren in Kauf, bis sie das begehrte Produkt schließlich am Handgelenk tragen konnten. Um die nächste Entwicklungsstufe zu erreichen und weitere Serien produzieren zu können, wandten sich die beiden Gründer letztes Jahr an die Ostsächsische Sparkasse Dresden (OSD). Diese holte kurzerhand die Bürgschaftsbank Sachsen (BBS) dazu, die ein Darlehen und eine Kontokorrent-Linie für Kallinich Claeys absicherte.

Zum Zeitpunkt der Anfrage bestand das Team lediglich aus den zwei Gründern und ihrer ersten Mitarbeiterin – der Schwester von Johannes Kallinich, die sich auf Design versteht und die Uhrwerke als Finisseurin abschließend veredelt. Die Finanzierung zielte in erster Linie darauf ab, das Team zu vergrößern. Dabei schlugen nicht nur die Personalkosten zu Buche. Schließlich galt es, für jeden neuen Angestellten auch einen neuen Arbeitsplatz einzurichten. Neben Uhrmachertischen wurden kostspielige Gerätschaften wie etwa ein Spezial-Prüfgerät für Wasserdichtheit angeschafft. Außerdem investierte man in ein ERP-System samt Tablets für das digitale Waren- und Prozess-Management. Rückblickend hält Johannes Kallinisch fest: „Der Kredit war für uns unverzichtbar, um eine Finanzbrücke zu schaffen. Wir konnten von einem 3-köpfigen Team hin zu einem kleinen Unternehmen mit aktuell sieben Angestellten wachsen, das hochmodern ausgestattet ist und über reibungslose, automatisierte Workflows verfügt.“

Dennoch wolle man weiterhin nur Kleinserien produzieren und die Exklusivität wahren. Mittelfristig soll das Team auf rund 10 Mitarbeitende anwachsen, die dann 40 bis 50 Uhren im Jahr fertigen könnten. Aktuell haben die Gründer nicht vor, ein größeres Unternehmen aus ihrer Manufaktur zu machen – dafür schätzen sie die Arbeit in familiärer Atmosphäre und die kurzen Entscheidungswege zu sehr. Kennengelernt hatten sich die beiden Uhrmacher bei ihrem früheren Arbeitgeber, einer alteingesessenen Traditionsmarke aus Glashütte. Für den Job war Thibault Claeys im Jahr 2019 aus seinem Heimatland Belgien nach Sachsen gezogen.

KallinichClaeys_Gruender

Die OSD begleitete Johannes Kallinich und Thibault Claeys (im Bild v.l.n.r.) mit ihrer modernen, innovativen Interpretation der klassischen Glashütter Uhrmacherkunst seit der ersten Stunde. Der zuständige Firmenkundenberater Martin Leichsenring berichtet: „Es ist den Gründern gelungen, ein handwerklich hoch komplexes Produkt bis zur marktreifen Uhrenfamilie zu führen. Dabei überzeugen sie nicht nur durch exzellentes Handwerk, sondern agieren auch kaufmännisch und in der filigranen Produktionsplanung überzeugend.“ Neben dem extravaganten Zifferblatt-Design macht eine Gangreserveanzeige – ein Novum auf dem Markt der Handaufzugsuhren – die Produkte aus dem Hause Kallinich Claeys unverwechselbar.

KallinichClaeys_ThibaultClaeys - quer

Jede Uhr entsteht in Handarbeit und stets mit einer Lupe in Reichweite, denn es kommt auf hundertstel Millimeter an. Das eigenentwickelte Uhrwerk und Gehäuse werden selbst gefertigt, die übrigen Bestandteile bezieht man größtenteils von Lieferanten aus der Region. In der Werkstatt werden die Einzelteile dann zusammengesetzt. Das konnte sich Senior-Beraterin Cornelia Adler schon persönlich ansehen. Sie begleitet das Projekt auf Seite der BBS und besuchte die Manufaktur vor Ort. „Dabei lernte ich zwei junge, engagierte Unternehmer kennen, die mit viel Leidenschaft und Fachexpertise bei der Sache sind. Wir haben die Finanzierung daher sehr gern mit einer Ausfallbürgschaft unterstützt.“ Die persönliche, partnerschaftliche Zusammenarbeit weiß auch der Hausbankvertreter Martin Leichsenring zu schätzen: „Es ist sehr hilfreich, dass bei der BBS nicht nur aus der Ferne ‚nach Aktenlage‘ entschieden wird, sondern hier vor Ort alle Beteiligten im regen Austausch sind.“

Derweil vertreibt Kallinich Claeys ihre Uhren in alle Welt. Der größte Markt ist aktuell die USA, gefolgt von Asien. Künftig möchte man in den Arabischen Emiraten weiter Fuß fassen. Da mehr Liebhaber:innen an einer Uhr interessiert als Exemplare verfügbar sind, durchlaufen sie eine Art Bewerbungsverfahren, inklusive Video-Call. Wer den Zuschlag erhält, bekommt Zutritt zu einer exklusiven WhatsApp-Gruppe. Dort dokumentieren die Uhrmacher jeden Arbeitsschritt und lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Ohne die Neuen Medien wäre Kallinich Claeys vermutlich nie gegründet wurden. Auf Instagram begann Johannes Kallinich einst damit, den Entstehungsprozess seines Meisterstücks fotografisch zu begleiten. Im Zuge seiner Meisterausbildung hatte er eine mechanische Uhr von Grund auf neu konstruiert und selbst gefertigt. Bald wurde auch der reichweitenstarke YouTube-Kanal „Watchfinder & Co.“ aufmerksam und ließ die Uhr für ein Shooting nach London einfliegen.

KallinichClaeys_Uhrwerk

Das kleinteilige Uhrwerk einer Kallinich Claeys

Die Idee von einer Firmengründung lag Johannes Kallinich damals noch fern – bis Thibault Claeys ihn ermunterte, aus dem Meisterstück ein Business zu bauen und noch dazu anbot, seine handwerkliche Expertise und private Gerätschaften beizusteuern. Motiviert durch den Erfolg auf Social Media machten die beiden gemeinsame Sache. Johannes Kallinich erinnert sich zurück: „Als wir in den Verkauf gingen, gab es nur einen Prototyp auf dem Papier. Die ersten Kunden investierten damals in eine Vision.“ Ihre hohen Ansprüche wurden nicht enttäuscht. Mittlerweile sind vier Modelle erschienen und restlos ausverkauft, darunter eine „Hongkong Edition“ in Kooperation mit einem Retailer aus Fernost. Im Oktober 2026 steht der Release einer neuen Uhrenserie an. Und so viel verrät Johannes Kallinich schon jetzt: „Sie wird eine neue Funktion bieten, über die sich Vielreisende besonders freuen dürften.“

Bildquelle: Kallinich Claeys GmbH


Deal-Team der BBS:

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Lars Wiehe, Regionalleiter
Telefon +49 172 6028464
lars.wiehe@bbs-sachsen.de

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Cornelia Adler, Senior-Beraterin
Telefon +49 151 534298-44
cornelia.adler@bbs-sachsen.de